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Nesteln sind ein elementarer Bestandteil der Kleidung aus dem 15. Jh. Sie verbinden Hose mit Wams, halten Taschen und Beutel zu, und dienen zum Schließen von Kleidungsstücken. Ohne Nesteln geht es also nicht, wie man sich vorstellen kann.
Die Herstellung dieser Schnüre ist eigentlich recht einfach, und von jedem zu erlernen. Vorraussetzung sind voll funktionstüchtige 8 Finger und 2 Daumen. Die Ausrede, keine gefunden zu haben, und deshalb Schnürsenkel nehmen zu müssen gilt also nicht. :-)
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Man kann Nesteln aus Wolle, Leinen und Seide machen, und diese untereinander mischen, da man zur Herstellung mehrere Schlaufen benötigt. Ich bevorzuge jedoch Leinen und Seide. Es ist sehr stabil und hat zudem schöne Glanzeffekte. Dazu braucht man noch Nestelspitzen, zwei Stück pro Schnur. Sie sind in der Regel aus Messing, gibt es aber auch in Silber, oder vergoldet. Ich bin auf Silber umgestiegen, aus mehreren Gründen. Ein Grund ist : Silber läuft nicht so schnell an wie Messing.
Los geht´s :
Man organisiert sich irgendetwas, was das Ende/Anfang der Nestelschnur halten soll. Ich habe mir dazu eine Dachlatte genommen, die kostete unter 1 Euro. Am Ende hab ich einen Nagel eingeschlagen, und ca. 60 cm vom Nagel entfernt eine Markierung, bis hierher sollen die Schlaufen gehen. Aber die Länge muss jeder für sich selbst ausprobieren. Dann nimmt man entweder 3 Schlaufen Leinen und 2 Schlaufen Seide, oder 5 Leinen und 4 Seide, die Anzahl der gesamten Schlaufen muss ungerade sein. Das Ende verknotet man und "hängt" es an den Nagel. Aber jetzt nicht entmutigen lassen, und die Sache nicht im wahrsten Sinne des Wortes an den Nagel hängen, denn jetzt wird es spannend. Hat man also die Dachlatte auf den Boden gelegt ( ist am bequemsten ) und setzt sich an das gegenüberliegende Ende des Nagels auf die Latte, so hat das Ganze einen festen Halt. Dann entfrickelt man die Schnur, denn sie hat sich garantiert verheddert. Und schon kann man anfangen. Siehe hierzu die Bilder an.
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Man verteilt die Schlaufen auf beide Hände. Die Hand mit der ungeraden Anzahl der Schlaufen fängt an. Sie greift zur anderen Hand, und nimmt sich eine Schlaufe. Es sollte relativ fest gezogen werden.
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Der Anfang ist sehr schwer, aber bald entsteht der berühmte Knot-Rythmus.
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Hier greift sich die Hand eine Schlaufe, und zieht sie durch eine andere Schlaufe. Die ist natürlich vorgegeben.
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Gut fest ziehen, aber nicht zu fest.
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Es sieht schwieriger aus, als es ist.
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So, nun hat die Andere hat eine Schlaufe mehr. Nun geht das Schlaufenziehen hin und her, bis die Nestelschnur bis oben hin geknotet ist.
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Selbstverständlich kann man auch verschiedene Farben nehmen. Wenn man denn nun fertig ist, verknotet man das Ende mit kleinen Knoten und schneidet den Rest ab. Dann schiebt man jeweils ein Ende in eine Nestelspitze, und steckt einen Metalldraht ( passend zur Nestelspitze, gibts in fast jedem Bastelladen ) durch die Löcher in der Nestelspitze. Dabei sollte man darauf achten, dass der Knoten tief in der Nestelspitze ist, denn durch den Metallstift, dessen Enden umgebogen werden, rutschen die Nestelspitzen nun von der Schnur nicht mehr ab.
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Schematische Darstellung des Metallstiftes, der Nestelspitze und der Schnur mit Knoten.
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Trippen
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