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Kleidung für den Herren
Sonderanfertigungen

Wer kennt ihn nicht ? Friedrich II. Eine der bekanntesten Persönlich-
keiten des Mittelalters. Er hat uns einiges an interessanten Einsichten
aus seiner Zeit hinterlassen, aber nicht nur das. Unter den noch er-
haltenen Gegenständen aus seinem Besitz, befindet sich noch ein
ganz besonderer Handschuh. Über und über mit Perlen, Edelmetallen
und Stickereien verziert. Doch das ist nicht das einzigste, was uns ver-
anlasste, Euch ein Schnittmuster nach eben diesem Handschuh zu kre-
ieren, vielmehr ist es der besondere, und etwas eigenartige Schnitt.
Auf dem unteren Bild erkennt Ihr die markanten Stellen.



Ausschnitte aus dem Handschuh des Friedrichs II Ganz links : Ausschnitt aus dem Handrücken des stark verzierten Handschuhs. Rechts daneben ist ein Ausschnitt des Handschuhs, um die Naht des kleinen Fingers zu zeigen. Drittes Bild von links zeigt hingegen die Naht zum Daumen hin. Bild rechts zeigt die Zwickel der Finger, und Stickereien. Man erkennt den Adler. Die letzten drei Bilder zeigen jeweils die Handinnenfläche.



Benötigt wird :

Oberstoff ( feines Leder, Seidensamt, Seide, feines Leinen ...)
Fütterung ( Seide, feines Leinen ...)
Seiden- / Leinenzwirn ( je nach Material )
Nadel
Stift und Papier, um eine erste Schablone anzufertigen
ggf. Material zum Verzieren


Schaut Euch das Schnittmuster genau an, und zeichnet nun den
Umriss Eurer Hand auf ein Blatt Papier, allerdings nur die drei
mittleren Finger. Die rote Linie zeigt in diesem Fall die Daumen-
öffnung, die Grüne hingegen den Einsatz des kleinen Fingers.
Beachtet bitte, dass die Daumen- und Fingeröffnung komplett
seitlich ist, also nicht etwas mehr zur Handinnenfläche, oder
zum Handrücken. Mindestens ebenso wichtig ist, dass Ihr die
ganze Fläche ausnutzt, die für die drei mittleren Finger vorge-
sehen ist, und Ihr ebenfalls schon die Nahtzugabe mit einkalku-
liert. Die drei Finger, die Ihr hier seht, und die Drei vom Gegen-
stück des Handschuhs müssen nämlich um Eure Finger herum
passen, da Zwickel nur unten in den Fingerzwischenräumen
eingearbeitet werden.



OPTION !!!

Ihr könnt natürlich Eure Schablonen so abändern, dass Ihr einen
Handschuh aus einem Stück schneidern könnt, statt aus zweien,
wie hier dargestellt wird. Dazu zeichnet die Finger etwas weniger
abgespreizt, und spiegelt das Ganze. So erhaltet Ihr eine neue
Schablone.



Hier als Beispiel -> Rechter Handrücken Links ist der Daumenausschnitt rot markiert, rechts der Ausschnitt für den kleinen Finger in grün. Sollten die Finger des Handschuhs nicht um Eure passen, müsst Ihr den Handschuh breiter machen.



Hier seht Ihr nun die restlichen Stücke Links -> Daumen, Mitte -> Fingerzwickel, rechts -> kleiner Finger. Die Zwickel für Daumen und kleiner Finger sind hier nicht eingezeichnet, sie sind dreieckig, und müssen ganz individuell angepasst werden.



Messt nun aus, ob Eure Schablone um Euren Daumen / kleinen
Finger passen, und übertragt Diese dann auf das tatsächliche
Material, welches Ihr Euch ausgesucht habt. Die Zwickel werden,
wie auf der Abbildung des original Handschuhs zu sehen ist, in
die Fingerzwischenräume, an den Fingergrundgelenken, einge-
setzt, sowie an den Daumen und kleinen Finger. Diese näht Ihr,
wie auch die anderen Fingerzwickel, in der Draufsicht, oben ein.
Für einen Handschuh braucht Ihr also vier Zwickel. Die Zwickel
sollten übrigens so breit sein, dass er in die Zwischenräume hinein
passt, ja sogar etwas überragt. Beachtet hierbei ebenfalls die Naht-
zugabe. Wenn der Zwickel nämlich genau passt, wird es nach dem
Vernähen zu eng.



Möchtet Ihr Euren Handschuh füttern, so sucht Euch geeignetes
Material aus, und näht Dieses anhand Eurer Schablonen nach,
allerdings auf rechts, da Ihr die Fütterung in den Handschuh
hinein schiebt, und anschliessend vernäht. Aus eigener Erfahrung
empfehle ich Euch, je nach Material, die Fütterung nur bis zu den
Fingeransätzen zu nähen. Die Nähte könnt Ihr später verzieren,
oder übersticken.



Ist alles fertig, so könnt Ihr den Handschuh vorsichtig mit Seide,
Gold- oder Silberlahn und Süßwasserperlen besticken. Wenn Ihr
Edelsteine habt, und nicht wißt, wohin mit dem ganzen Zeug,
dann befestigt sie ebenfalls an den Handschuh. Oder Ihr lasst
Euch Euer Wappen auf Edelmetall und Emaille bannen, und be-
festigt Dieses. Solltet Ihr allerdings niedere Stände, als der eines
Kaisers oder Königs darstellen wollen, dann lasst die meisten
Verzierungen weg, es sei denn, Ihr wollt als Dieb bezeichnet
werden. Wer den Handschuh einfach nur so nachnähen will,
dem seien hier keine Grenzen gesetzt.





Suckenie / Bruche / Unterhose

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