Die Hanse im Mittelalter bezeichnete die Organisation deutscher Kaufleute zu Verbünden, aus der sich später ein mächtiger Handelsbund verschiedener Städte bildete. Diese waren zum Beispiel : Bergen, Hamburg, Köln, London, Lübeck, Nowgorod, Rostock, Wismar und natürlich Visby in Gotland, welches zu den Anfängen der Hanse zählt. In der Blütezeit der Hanse gehörten dem Städtebund sogar etwa 200 Städte im nördlichen Europa an. Davon waren etwa 70 Großstädte. Über die Seewege wurde mit Nahrungsmitteln, Rohstoffen, sowie Luxusgütern gehandelt.
Ein Spruch aus der Hansezeit macht den regen Handelsverkehr etwas deutlicher :
Lübeck, ein Kaufhaus Köln, ein Weinhaus/Tuchhaus Hamburg, ein Brauhaus Braunschweig, ein Honighaus/Zeughaus Danzig, ein Kornhaus Magdeburg, ein Backhaus Rostock, ein Malzhaus Lüneburg, ein Salzhaus Stettin, ein Fischhaus
Organisiert wurde der riesige Städtebund mittels Hansetag. Dieser Hansetag, der eigentlich über mehrere Tage ging, fand statt, wenn der Bedarf gegeben war. War dies nun der Fall, gab die Hansestadt Lübeck, die 1294 als caput et principium omnium und im 15. Jahrhundert als Hovestad bezeichnet wurde, für gewöhnlich eine Einladung heraus, dem die übrigen Städte folgten. Ergänzend zum Hansetag gab es noch Regional- und Dritteltage, doch hier wurde nicht nur über hansische Fragen beraten und entschieden.
|
12. + 13. Jahrhundert. Es tauchen in Schriften der Begriff Hanse wieder auf, hier noch ohne feste Bedeutung, und zwar in Süddeutschland, sowie zwischen Seine und Elbe. Die Schriften meinen hier zum Einen einen kleineren Verbund von Kaufleuten im Ausland, zum Anderen wiederum die von Kaufleuten getätigten Abgaben.
1143 Adolf von Schaumburg gründet in Lübeck eine Kaufmannssiedlung, die Hansestadt Lübeck wird gegründet.
1157 Erste urkundlich belegte Kaufmannsgenossenschaft, die Kölner England- fahrer. König Henry II von England nimmt das von den Kölnern erworbene Grundstück, den Stalhof, unter seinen Schutz, und befreit die Händler von höheren Abgaben. Gleichzeitig wird nun Frankreich, der Weinlieferant Nummer 1, nicht mehr bevorzugt.
1158/59 Lübeck wird von Heinrich dem Löwen neu gegründet, da er zuvor die Kaufmannssiedlung bei der Vertreibung von Adolf von Schaumburg zerstörte.
1160 Besuch, der neugebildeten Genossenschaft deutscher Kaufleute, in Gotland.
1161 Deutsche Gotlandfahrer gründen in Visby eine Gilde, die unter ihrem Dach einzelne Kaufleute aus dem nordwesten Deutschlands, aus neuen Städten an der Ostsee und aus Lübeck, beherbergt. Letztere ist nun engster Handelspartner.
1169 Dänemark expandiert, und erobert Rügen.
1184 Dänemark erobert nun auch Pommern.
1188 Unter Friedrich Barbarossa ensteht das Soester Stadt- und Münzrecht.
1194 gestattet König Richard I. von England den freien Verkehr und Marktbesuche im ganzen Land.
Um 1200 entsteht in Nowgorod ein deutsches Kontor, der Petershof, welcher mit Visby und Bergen wichtigen Handel betreibt.
1201 Gründung der Hansestadt Riga.
1267 Das erste Mal wurde in einer englischen Königsurkunde die Hanse als einen Zusammenschluß norddeutscher Kaufleute benannt.
1308 Der deutsche Orden erobert Danzig.
1343 Ab dieser Zeit ist belegt, dass der Begriff Hanse die gesamte Gemeinschaft der norddeutschen Kaufleute bezeichnet, und nicht mehr nur ein kleiner Verbund von Kaufleuten im Ausland. Der Begriff Hanse wandert nun über die Seewege vom Westen aus in die Handelswelt, und wird etabliert.
1350 - 1400 Die Hanse ist nun eine nordeuropäische Großmacht.
1356 Es findet der erste allgemeine Hansetag in Lübeck statt, ebenso entsteht der lockere Städtebund "Stede van der dudeschen hense". Etwa 200 Städte schlossen sich diesem Bund, ohne feste Verfassung, an, um ihre Handelsrechte zu sichern. Die Hanse wuchs somit, und dehnte sich im gesamten Ostseeraum, bis hin zum finnischen Meerbusen, aus. Wichtigstes Mitglied war der deutsche Orden.
1360 - 1361 Schonen und Gotland werden vom dänischen König Waldemar IV. Atterdag erobert, er zerstört Visby, und wehrt sich gegen die Rechte der Hanse.
1367 Am 19. November diesen Jahres schließen sich die Hansestädte mit Schweden und drei nichthansischen Städtenverbünden ( niederländ. Städte, Holland ( Amsterdam ) und Seeland ( Priel )) zur Kölner Konföderation, einem Kriegsbündnis gegen Dänemark, zusammen.
1370 Im Mai diesen Jahres siegt die Hanse über den dänischen König Waldemar IV. von Atterdag, und erhält nicht nur ihre Privilegien zurück, sondern auch vier dänische Sundfestungen, sowie garantierte Handels- vorrechte. Zudem erhielt die Hanse die Option, die Königswahl in Dänemark von ihrer Zustimmung abhängig zu machen, worauf sie jedoch verzichtete.
1375 Lübeck ist nun nach Köln die zweitgröße Hauptstadt Deutschlands, und wird Appellationsgericht für alle Hansestädte.
1385 Die Kölner Konföderation löst sich auf.
1388 Die Hanse bricht die Handelsbeziehungen zu Flandern, England und Nowgorod ab.
1392 Der Seeräuberbund der Vitalienbrüder terrorisiert die Hanse, sodass nur noch Seereisen mit bewaffneter Eskorte unternommen werden.
1392 Die Vitalienbrüder erobern Gotland.
1393 - 1395 Der Handel in der Ostsee kommt fast zum Erliegen, da der Seeräuberbund der Vitalienbrüder zu große Macht hat.
1395 Die Vitalienbrüder ziehen sich zurück.
1398 Der deutsche Ritterorden erobert Gotland.
1402 Hinrichtung des Klaus Störtebeckers, der Kopf der Vitalienbrüder.
1408 Gotland geht an Dänemark.
1408 - 1416 Die führende Rolle der Hansestadt Lübeck wird angezweifelt, es entsteht eine Verfassungskrise. Nach dem Knochenhaueraufstand wird ein neuer Rat ins Leben gerufen, der aber nur bis 1416 besteht, denn dann wird der alte Rat wieder eingesetzt.
1410 Am 15.7. diesen Jahres findet die Schlacht des deutschen Ordens bei Tannenberg statt, gegen das polnische Königreich.
1426 - 1435 Erneuter hansischer Krieg, der 1435 mit dem Frieden von Vordingborg endet, und damit, dass die hansischen Ostseestädte vom Sundzoll befreit werden.
1438 - 1441 Hansisch - Niederländischer Krieg, der mit dem Frieden von Kopenhagen endet, und die Niederländer im Ostseeraum wirtschaftlich gleichberechtigt.
1470-1474 Hansisch-englischer Seekrieg.
1471-1476 Köln wird aus der Hanse ausgeschlossen, zum Einen wegen der Verweigerung von Schoßzahlungen an das Brügger Kontor, zum Anderen trieb es weiterhin mit England, trotz des hansisch-englischen Krieges Handel.
1474 Der Friede von Utrecht beendete den 1470 begonnenen Krieg gegen England und sichert die Privililegien des Londoner Stalhofs und den hansischen Tuchhandel.
1494 Das Kontor in Nowgorod wird geschlossen.
1514 Das Kontor in Nowgorod wird wieder eröffnet, die Blütezeit ist jedoch längst vorbei.
1529 - 1531 In Lübeck wird die Reformation eingeleitet. Jürgen Wullenwever ist nun neuer Bürgermeister von Lübeck, Christian II, der der katholischen Kirche angehörte, wurde gestürzt.
1533 Jürgen Wullenwever ist Bürgermeister von Lübeck.
1534 Gibt es einen Waffenstillstand, dann wird Jürgen Wullenwever gestürzt. Lübeck verliert Pracht und Glanz.
1537 Am 29.9. diesen Jahres wird Jürgen Wullenweverhingerichtet.
1557 Hansetag in Lübeck, es wird versucht, die Hanse zu reorganisieren.
1558 Dorpat und Narva werden von den Russen erobert.
1598 Das Londoner Kontor, Stalhof, wird durch Königin Elisabeth I. von England geschlossen.
1618 - 1648 Der Dreißig-Jährige Krieg bricht aus, und unterstützt den Verfall der Hanse.
1669 Wird der letzte Hansetag einberufen.
|