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Der Ostturm
Der Westturm
Locus necessitatis
Williams Gemächer
Johns Gemächer

Schaube  Eine Schaube ist ein mantelartiges Kleidungsstück, welches bis zu den Füßen reichte. Es gab sie mit und ohne Kapuze. Im 15. Jh wurden sie manchmal auch von Frauen getragen.  
Schnabelschuhe  Eine ganz spezielle Schuhmode des Mittelalters. Der Höhepunkt wurde etwas bis 1450 n.Chr. erreicht. Die mitunter äußerst langen Schuhspitzen mussten angeblich teilweise mit einem Band an Unterschenkel fixiert werden. Man kann sagen, je höher der Stand, desto länger die Schuhe. "Er lebte auf großem Fuße" könnte also von da her kommen.  
Spanisches Leder  Antikleder

Antikleder ist ein starkes Leder mit kräftig ausgeprägtem Narben welches gewöhnlich doppelfarbig hergestellt wird, (indem die erhöhten Stellen abweichend von den tieferen gefärbt sind). Das Antikleder imitiert die alten Ledersorten aus dem Mittelalter nach und wird als Möbelleder / Polstern der sog. „Klubsessel“, oder für die Innenausstattung von Kutschen verwendet. Diese Ledersorte wird in England „Spanish Leather“, spanisches Leder, genannt, trotzdem sie eigentlich aus Italien stammt. M. C. Lamb erwähnt in seinem Buch über Lederfärberei, daß im Mittelalter die italienische Stadt Florenz der Mittelpunkt für die Phantasieleder - Fabrikation gewesen ist. Besonders entwickelt war dort die Kunst des Vergoldens und Versilberns sowie das Bemalen, Bedrucken und Figureneinpressen, was dann, später besonders bei den Ledertapeten zum Ausdruck kam. Es kamen auch manche Gerbergesellen über die Alpen nach Florenz, um das dortige Kunsthandwerk zu erlernen.

Nur selten wird beim Antikleder schon bei der Gerbung eigens hingearbeitet. Wenn dies geschieht, so ist man bemüht, dem Leder den zusammengezogenen, sog. „wilden Narben“ beizubringen, der früher von den Gerbern bei den gewöhnlichen Ledersorten mit Recht befürchtet war.

Die Färbung wird, um ungebräuchliche und extravagante Effekte zu erreichen unter Anwendung verschiedener Kniffe ausgeführt. Stets wird der Grund in einer abweichenden Farbe von derjenigen der Erhöhungen, der Runzeln oder des künstlichen Narbens ausgefärbt.

Eine sehr alte traditionelle Methode ist die Schwammfärbung:

So besteht ein altes Verfahren darin, daß man das Leder auf einen flachen Tisch legt und die Farblösung mit einem Schwamm aufträgt. Der Schwamm soll mit der Farblösung nur schwach getränkt sein; man drückt ihn an die Oberfläche des Leders an, wobei er auf dem Leder einen farbigen Abklatsch desjenigen Teiles seiner Oberfläche hinterläßt, der mit dem Leder in Berührung kam. Nachdem so die ganze Lederfläche ausgefärbt wurde, nimmt man nun einen anderen Schwamm, den man in eine zweite Farblösung eintaucht, und verfährt damit ebenso wie vorher. Man kann noch eine dritte, vierte und sogar fünfte Farbstofflösung in gleicher Weise auftragen, so daß dann das fertig gefärbte Leder in verschiedenen Farben marmoriert oder gesprenkelt erscheint. ( Quellen

1.
Bibliothek des Leders Band 1-10 (Herausgeber: Hans Herfeld), Umschau Zeitschriftenverlag Breidenstein GmbH
2.
Sonderdrucke und Veröffentlichungen des LGR
3.
Von der Rohhaut zum Leder (Herausgeber: Lederinstitut Gerberschule Reutlingen), 1. Teil und 2. Teil - Endisch - Moog - Schubert
4.
Autorenkreis Lederpedia & Lederinstitut Gerberschule Reutlingen Impressum und Autoren Philosophie & Info über Lederpedia
5.
Unterrichtsauszüge vom Lederinstitut Gerberschule Reutlingen, z.B. Lederherstellung, Lederbeurteilung, Lederverarbeitung - http://www.lederpedia.de )  
Sperrholz  siehe Sternholz 
Sternholz  Sperrholz , für Möbel, Stellagen usw. verwendetes Material aus einer ungeraden Anzahl in der Faserrichtung rechtwinkelig zueinander verleimter dünner Holzlagen.

Durch diese Verarbeitungstechnik wird eine wesentlich höhere Festigkeit erzielt als bei Vollholz gleicher Stärke. Eine Art Sperrholz war schon den Ägyptern bekannt. In Europa wurde Sperrholz unter der Bezeichnung Sternholz vereinzelt im Mittelalter verwendet. Seit Erfindung der so genannten Furniermühle (* Furnier) in der Renaissance verbesserte sich die Möglichkeit, Sperrholz zu furnieren, wodurch die Anwendung im Möbelbau zunahm, jedoch von untergeordneter Bedeutung blieb.

Erst im 19. Jh. und in der 1. Hälfte 20. Jh., als rund geschwungene glatte Formen modern wurden, setzte man unter Hitze und mit Dampf geformtes furniertes Sperrholz verstärkt im Möbelbau ein. Eine Sonderform war Sperrholz, das von Malern als Bildträger verwendet wurde. 1865 meldete J. K. Mayo in den USA die Herstellung von Sperrholz zum Patent an. In Europa war gegen Ende 19. Jh. vor allem die Firma K. Schmidt in Dresden auf die Erzeugung von Möbeln aus Sperrholz spezialisiert. (Seit Mitte 20. Jh. werden bei Fertigteilmöbeln großteils aus Holzschnitzeln hergestellte Hartfaserplatten verwendet.

E. DOFFINÉ, Die geschichtl. Entwicklung der Furnier- u. S.industrie, in: Holz- Zentralblatt 84, 1958.  
   


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