In chronologischer Reihenfolge
529 n.Chr. Benedikt von Nursia gründete das auf einem Berg über der Stadt Cassino ge- legene Kloster "Monte Cassino" nach ostkirchlichen Vorbildern, dem bald ein zweites Kloster in Terracina folgte. Seine dreiundsiebzig Kapitel umfassende Regel, deren Kernsatz Ora et labora = Bete und arbeite ist, begründete das abendländische Mönchswesen.
707 n.Chr. Im nichtchristlichen Damaskus / Syrien wird ein Hospital mit vier verschiedenen Abteilungen errichtet.
787 n.Chr. Erzbischof Datheus von Mailand gründete die erste Findelanstalt.
8. Jh. Die Heilmittelzubereitung spaltete sich von der Heilmittelverordnung ab, und es entstand die erste Apotheke in Bagdad, unter Harun Al Raschid ( 766 - 809n.Chr. )
873 n.Chr. Das Hospital Ibn-tulun in Kairo wurde erbaut. Es enthielt bereits eine Ambulanz und eine Apotheke.
981 n.Chr. Bau eines Krankenhauses in Bagdad, mit Spezialgebiet der Chirurgie und Augenerkrankungen, vermutlich auch Kinderkrankheiten. Leiter war höchst wahrscheinlich Rhazes, ein behandelner Arzt Avicenna.
1025 n.Chr. Der persische Philosoph und Arzt Avicenna verfasste das Werk Kanon der Heilkunde, und machte es Europa zugängig.
11. - 13. Jh. Ursprung aller medizinischen Schulen Europas in Montpellier, Paris, Bologna und Padua.
11. Jh. Der sogenannte Lazarus-Orden, der sich aus dem St. Lazarus-Hospital bildete, und erstmals in einer päpstlichen Bulle im Jahre 1043n.Chr. erwähnt wurde, widmet sich außerhalb der Stadtmauern von Jerusalem der Pflege der Kranken, sowie der Aussätzigen.
12. Jh. Nach dem Wiederaufbau eines Hospitals, welches im 11. Jh. durch die Türken zerstört wurde, übergab man es dem Benediktinerorden, im Jahre 1110n.Chr. dann dem Johanniterorden. Das Hospital konnte zweitausend Patienten aufnehmen, denen fünf Ärzte und drei Chirurgen Beistand leisteten. ( Chirurgen zählten damals noch nicht zu den Ärzten, sondern war ein eigenständiger Beruf. Leider hatter er nicht immer einen guten Ruf ) Der Johanniter-Orden wurde 1187n.Chr. aus Jerusalem und 1291n.Chr. aus dem Heiligen Land vertrieben, weshalb er seinen Sitz nach Rhodos verlegte, und dort ein neues Hospital erbaute.
1128 n.Chr. Gründung des "Hospitals S. Mariae Teutonicum " in Jerusalem zur Pflege deutsch- sprachiger Pilger.
1150 n.Chr. Hildegard von Bingen, Heilige und Visionärin ( 1098 - 1178n.Chr. ), verfasste mehrere großartige Werke über Krankheiten und ihre Heilung, sowie über Naturkunde.
1190 n.Chr. Der deutsche Ritterorden, oder Ordo domus Sanctae Mariae Theutonicorum, wurde während der Belagerung von Akkon durch Kaufleute aus Bremen und Lübeck, gegründet. Er widmete sich anfänglich der Krankenpflege.
12. / 13. Jh. Bis auf die Hospitäler der Klöster und Ritterorden entwickelten sich die restlichen Hospitäler zu Heilig-Geist-Häusern. Das erste deutsche Heilig Geist Spital entstand 1204n.Chr. in Brandenburg, welches, wie auch die Anderen, bald weltlichen Behörden unterstellt wurde. Dem Bautyp des Hospitals im Mittelalter lag die Idee zugrunde, die Unterkunftsräume der Insassen in eine gute Verbindung mit der Kapelle zu bringen. Diese Hospitäler dienten sowohl dem Heil der Seele als auch dem des Leibes. Es gab vorwiegend den sogenannten Hallentyp, aber auch Anlagen mit Einzelzellen.
1210 n.Chr. Die religiöse Gemeinschaft der Beginen, die zu Beginn des 13. Jh. im Bistum Lüttich entstand, und in Gütergemeinschaft unter Aufsicht von Pfarrern ohne strengbindende Gelübde innerhalb der Städte zusammenlebte ( Beginenhöfe ), waren vorwiegend in Holland, Brabant und Flandern, Frankreich, Schweiz und am Niederrhein verbreitet. Sie leisteten Gemeindehilfe, Pflege in der Familie und halfen bei der Totenbestattung.
1276 n.Chr. Baubeginn des Lübecker Heilig-Geist-Hospitals. Eine der ältesten Sozial- einrichtungen.
1347 - 1352 n.Chr. Die Pest wütete nun auch in Deutschland. Innerhalb von wenigen Jahren Starben fünfundzwanzig Millionen Menschen am "schwarzen Tod". Man entwickelte nun hygienische Maßnahmen gegen die Pest, und es entstanden sogenannte Pest- hospitäler. Grenzsperren, Anzeigepflicht und die Verbrennung aller Gegenstände und Kleidung von Betroffenen, sowie auch deren Häuser wurden durchgeführt, um wieder Herr der Lage zu werden.
1452 n.Chr. Die älteste deutsche Hebammenordnung kam heraus. Sie verlangte eine mehrjährige Ausbildung mit Examen.
1472 n.Chr. Nach der Entdeckung der Buchdruckkunst erschienen kurz hintereinander drei Abhandlungen über Kinderkrankheiten. Die ersten Bücher über Kinderkrankheiten in deutscher Sprache waren von P. Bagellardi ( 1472n.Chr. ), B. Metlinger ( 1473n.Chr. ) und C. Roelans ( 1485n.Chr. )
1513 n.Chr. Das Werk Der schwangeren Frauen und Hebammen Rosengarten von Eucharius Roesslin, Stadtarzt in Worms erschien.
1530 n.Chr. Der Italienischer Seuchenforscher Girolamo Fracastoro ( 1478 - 1553n.Chr. ), verfaßte drei bedeutende Bücher über Syphilis und deren Behandlung mit Guajak- Holz und Quecksilber.
1537 / 1538 n.Chr. Das Werk Große Wunderarznei, von Theophrast von Hohenheim, genannt Paracelus ( 1493 - 1541n.Chr. ) entstand. Er war ein bedeutender Arzt und Naturwissenschaftler, bekämpfte das bisherige scholastische Denken in der Medizin und verlangt eine auf Erfahrung beruhende Behandlung. Paracelsus verwendete zunehmend anorganisch-chemische Medikamente, und verfasste den noch heute gültigen Spruch : "Erst die Dosis macht, dass ein Ding ein Gift sei."
1543 n.Chr. Andreas Vesalius ( 1514 - 1564n.Chr. ) verfasste das Werk Über den Bau des menschlichen Körpers.
1545 n.Chr. Die fünfbändige Chirurgie des großartigen französischen Chirurgen Ambroise Paré ( 1509 - 1590n.Chr. ) erscheint. Paré vertritt eine schonende Wundbe- handlung. Statt des bisherigen Ausbrennens durch das Glüheisen verordnet er kühlende Verbände und Salben.
1550 n.Chr. Der Anatom Gabriel Fallopia beschreibt das Innenohr und die Eileiter.
1553 n.Chr. In dem Werk Christianismi restitutio veröffentlicht der in Spanien geborene Miguel Servetus ( 1511 - 1553n.Chr. ) anonym die Entdeckung des kleinen Kreislaufes. Wegen unorthodoxer theologischer Ansichten wird er auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
1574 n.Chr. Der Arzt Jacob Oetheus gab in Dillingen ein dreibändiges Lehrbuch zur Krankenfürsorge heraus. Es ist das älteste Buch dieser Art in Deutschland und sollte sowohl der Betreuung zu Hause, als auch der Betreuung im Hospital dienen. Nach dem Vorbild des Ospedale Maggiore in Mailand wurden in vielen Städten neue Krankenäuser gebaut. Es handelte sich um eine Bauweise in Kreuzform mit getrennten Abteilungen für Männer und Frauen, einen verbindenden Hof und einer daran anschließenden Kirche.
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